Milchstau: Was hilft wirklich? | Babybox and Family

Milchstau: Was hilft wirklich?

Mit Milchstau ist nicht zu spaßen: Die Brust gerötet, verhärtete Stellen machen dir das Leben schwer, du bekommst leichtes Fieber und jedes Anlegen schmerzt – und wie! Meist tritt ein Milchstau zudem ganz plötzlich auf, gelöst ist er keinesfalls so schnell. Da ein anhaltender Milchstau das Risiko einer Brustentzündung oder Mastitis mit sich bringt, sollte er zeitnah behandelt werden. 

Ganz grundlegend kann man sagen, dass ein Milchstau fast immer ein Signal deines Körpers ist, dass etwas nicht in Ordnung ist. Klar kann es sein, besonders in den ersten Wochen des Wochenbetts, dass eine Brust einfach mehr Milch produziert als die andere oder dein Baby eine Seite etwas präferiert. Auch einschneidende BHs können schon innerhalb kürzester Zeit eine Milchdrüse so einengen, dass ein leichter Milchstau auftritt. Meistens ist es jedoch Stress, hormonelle Schwankungen und generell sich selbst zu viel zuzumuten, während der Körper noch gar nicht bereit ist, das den Milchstau antreibt.

Lass dich daher immer umgehend von deiner Hebamme, einer Stillberaterin oder Gynäkologin beraten. Sie können mit dir schnell feststellen, ob du einfach wirklich zu viel Milch produzierst oder es psychische Ursachen hat. Denn diese gilt es dann anzugehen, damit nicht in ein paar Tagen der nächste Milchstau ansteht. Was du in der Zwischenzeit aber schon machen kannst, um den Milchstau zu lösen und schnelle Abhilfe zu schaffen?

6 Tipps gegen Milchstau 

Viel anlegen – auch, wenn es erst einmal weh tut

Das vielleicht Wichtigste bei Milchstau ist, die Brust zu entleeren. Am besten kann das dein Baby – wenn möglich, achte darauf dass es mit dem Unterkiefer in Richtung der gestauten Stelle liegt. So kann diese Region gut leer getrunken werden und der Stau löst sich nach und nach von selbst.

Wärme hilft!

Das weitet die Milchkanäle. Eine heiße Dusche vorm Stillen oder ein Wärmekissen, das sich an die Brust anschmiegt während das Baby trinkt können oft schon kleine Milchstau-Wunder bewirken.

Gehärtete Stellen massieren

Es kann außerdem sehr angenehm sein, die gestaute Stelle mit einem  Vibrator oder einer elektrischen Zahnbürste gleichmäßig zu massieren – das lockert und kann so den Stau lösen.

Nach dem Stillen gilt: Brust kühlen!

Auch eine natürlich, entzündungshemmende Creme (z.B. Mercurialis perennis von Weleda) kann unheimlich angenehm sein.

Wenn nichts mehr hilft: Abpumpen

Wenn dein Baby einfach nicht genug trinken möchte, um den Milchstau zügig zu lösen, kann Milch abzupumpen eine tolle Lösung sein. Aber Vorsicht: Elektrische oder auch Handpumpen regen den Milchfluss gleichzeitig auch an, daher ist es schlau, damit erst einmal zu warten, bis wirklich nichts anderes funktioniert. Die Milch vorsichtig mit den Händen auszustreichen (zum Beispiel in der Dusche) ist oft erst einmal eine bessere Option.

Ganz wichtig: Gönn dir die Ruhe, die dein Körper braucht!

Ausruhen ist so wichtig. Nein, ein Milchstau erfordert nicht automatisch strikte Bettruhe, aber einen Gang (oder mehrere Gänge!) runterzuschalten kann definitiv nur von Vorteil zu sein. Schließlich zeigt dir dein Körper ganz klar, dass etwas nicht in Ordnung ist. 

Ein Milchstau lässt sich zum Glück in den meisten Fällen gut lösen, mit etwas Geduld und Ruhe sollte das Schlimmste innerhalb ein paar Tagen oder sogar nur Stunden vorbei sein. Trotzdem ist es nicht zu unterschätzen. Im Gegenteil: Es ist vollkommen in Ordnung, nach Hilfe zu fragen und dir diese auch geben zu lassen.  Auch wenn es "nur" ein Milchstau ist und keine schlimme Krankheit: es ist eine physische Beeinträchtigung, die wirklich stark strapazieren kann. Dich zu schonen und alle wichtigen Schritte einzuleiten um den Milchstau so schnell wie möglich zu lösen, lässt dich keinesfalls schwach wirken, versprochen! 

Im Übrigen: Auch homöopathische Mittel wie Belladonna C30 können helfen, aber das solltest du unbedingt mit deiner betreuenden Hebamme oder Gynäkologin bzw. Stillberaterin absprechen.

 

 

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