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Milchstau: Was hilft wirklich?

Mit Milchstau ist nicht zu spaßen: Die Brust ist gerötet, verhärtete, druckempfindliche Stellen machen dir das Leben schwer und im schlimmsten Fall bekommst du zudem leichtes Fieber. Zusätzlich schmerzt jedes Anlegen – und wie! Meist tritt ein Milchstau ganz plötzlich auf, gelöst ist er keinesfalls so schnell. Ein anhaltender Milchstau kann sich außerdem ganz schnell zu einer Brustentzündung (medizinisch Mastitis) entwickeln – dann wird’s richtig ernst. Deshalb solltest du einen auftretenden Milchstau so schnell wie möglich behandeln – unsere liebsten Tipps, Hebammen-approved gibt’s hier!

Ein Milchstau ist tatsächlich das häufigste Problem während der Stillzeit, und fast immer begleitet von grippeartigen Symptomen wie Kopf- und Gliederschmerzen, Mattigkeit, Fieber und Schüttelfrost. Ursache ist eine Störung des Milchspendereflexes, was in der Regel durch Stress, Überlastung, und Erschöpfung ausgelöst wird. 

Ganz grundlegend kann man also sagen, dass ein Milchstau fast immer ein Signal deines Körpers ist, dass etwas nicht in Ordnung ist. Klar kann es sein, besonders in den ersten Wochen des Wochenbetts, dass eine Brust einfach mehr Milch produziert als die andere oder dein Baby eine Seite etwas präferiert. Auch einschneidende BHs können schon innerhalb kürzester Zeit eine Milchdrüse so einengen, dass ein leichter Milchstau auftritt. Zugluft, Kälte oder auch ein überhäuteter Milchgang können außerdem einen Milchstau fördern. Meistens ist jedoch tatsächlich Stress der Übeltäter, sowie hormonelle Schwankungen und sich zu früh schon selbst wieder zu viel zuzumuten, während der Körper noch gar nicht bereit dazu ist.

Lass dich daher immer umgehend von deiner Hebamme, einer Stillberaterin oder Gynäkologin beraten. Sie können mit dir schnell feststellen, ob du einfach wirklich zu viel Milch produzierst, einfach aktuell mehr Stress hast als du solltest, oder der Milchstau vielleicht doch psychische Ursachen hat. Denn diese gilt es dann anzugehen, damit nicht in ein paar Tagen der nächste Milchstau ansteht. Was du in der Zwischenzeit aber schon machen kannst, um den Milchstau zu lösen und schnelle Abhilfe zu schaffen?

7 Tipps gegen Milchstau

1. Der Ursache auf den Grund gehen und Zeit für Erholung einfordern – auch von dir selbst!

Das sagt sich so leicht, ist es in der Realität aber wahrlich nicht immer. Schließlich gibt es ungefähr 100 Dinge pro Tag, um die du dich als frischgebackene Mama kümmern möchtest und musst. Dir selbst Ruhe zu gönnen und gleich am Anfang zu kommunizieren, dass du Unterstützung brauchst, ist das A und O – und im gleichen Zug einmal einen Schritt zurückzunehmen, um zu sehen, wo der Milchstau seinen Ursprung hat. Wetten, es ist einfach ein bisschen zu viel auf deiner To-Do Liste?

2. Viel anlegen – auch, wenn es erst einmal weh tut

Das vielleicht Wichtigste bei Milchstau ist, die Brust zu entleeren. Am besten kann das dein Baby – wenn möglich, achte darauf dass es mit dem Unterkiefer in Richtung der gestauten Stelle liegt. So kann diese Region gut leer getrunken werden und der Stau löst sich nach und nach von selbst.

Tipps gegen Milchstau: Viel anlegen

3. Wärme hilft!

Das weitet die Milchkanäle. Eine heiße Dusche vorm Stillen oder ein Wärmekissen, das sich an die Brust anschmiegt während das Baby trinkt können oft schon kleine Milchstau-Wunder bewirken. Auch Rotlicht eignet sich zum vorab Erwärmen der Brust! 

4. Gehärtete Stellen massieren

Es kann außerdem sehr angenehm sein, die gestaute Stelle mit einem  Vibrator oder einer elektrischen Zahnbürste gleichmäßig zu massieren – das lockert und kann so helfen, den Stau zu lösen. Aber bitte Vorsicht: NIcht zu stark aufdrücken, um das empfindliche Gewebe nicht zu verletzen!

5. Nach dem Stillen gilt: Brust kühlen!

Das hilft, die Milchdrüsen nach dem Stillen wieder zu schließen und ist außerdem unheimlich angenehm! Hier bietet die Natur tolle Quellen, die es in sich haben. Wir empfehlen Quarkwickel oder Weißkohlblätter zum Kühlen der Brust nach dem Stillen. Wie das geht und was die können? Haben wir dir hier zusammengefasst! 

 

 

Wenn es schnell gehen soll und der Kühlschrank nichts hergibt, hilft natürlich auch eine natürliche, entzündungshemmende Creme (wie bspw. Mercurialis perennis von Weleda) oder ein klassisches Kühlpad – das aber bitte nie direkt auf die Haut legen! 

6. Wenn nichts mehr hilft: Abpumpen

Wenn dein Baby einfach nicht genug trinken möchte, um den Milchstau zügig zu lösen, kann Milch abzupumpen eine tolle Lösung sein. Aber Vorsicht: Elektrische oder auch Handpumpen regen den Milchfluss gleichzeitig auch an, daher ist es schlau, damit erst einmal zu warten, bis wirklich nichts anderes funktioniert. Die Milch vorsichtig mit den Händen auszustreichen (zum Beispiel in der Dusche) ist oft erst einmal eine bessere Option.

Tipp: Viele Apotheken verleihen elektrische Milchpumpen, so dass du dir diese nicht extra zulegen muss, wenn es bei gelegentlichem Abpumpen bleiben soll. Es lohnt sich, schon in der Schwangerschaft in Erfahrung zu bringen, welche Apotheke in deiner Nähe hier in Frage käme!

7. Ganz wichtig: Gönn dir die Ruhe, die dein Körper braucht!

Ja, das ist jetzt doppelt, kann aber nicht genug gesagt werden: Ausruhen ist so, so wichtig. Nein, ein Milchstau erfordert nicht automatisch strikte Bettruhe, aber einen Gang (oder mehrere Gänge!) runterzuschalten kann definitiv nur von Vorteil zu sein. Schließlich zeigt dir dein Körper ganz klar, dass etwas nicht in Ordnung ist. 

 

Tipps gegen Milchstau: Entspannen!

Ein Milchstau lässt sich zum Glück in den meisten Fällen gut lösen, mit etwas Geduld und Ruhe sollte das Schlimmste innerhalb ein paar Tagen oder sogar nur Stunden vorbei sein. Jegliche Symptome sollten innerhalb von 24 Stunden abklingen, wenn die Verhärtung noch etwas länger da ist, ist das noch kein Grund zur Sorge. Nach 48 Stunden solltest du aber definitiv ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, denn ein Milchstau ist sowas von nicht zu unterschätzen! Im Gegenteil: Es ist vollkommen in Ordnung, nach Unterstützung zu fragen und dir diese auch geben zu lassen.. Auch wenn es "nur" ein Milchstau ist und keine schlimme Krankheit: Es strapaziert und schmerzt vor allem ganz schön! Dich zu schonen und alle wichtigen Schritte einzuleiten um den Milchstau so schnell wie möglich zu lösen, lässt dich keinesfalls schwach wirken, versprochen! 

Im Übrigen: Auch homöopathische Mittel wie Belladonna C30 können helfen, aber das solltest du unbedingt mit deiner betreuenden Hebamme oder Gynäkologin bzw. Stillberaterin absprechen. 

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