Babys erste Pflege - Weniger ist mehr!

Babys erste Pflege - Weniger ist mehr!

Cremes, Öl, Pflegemilch, Puder… – die Liste an verfügbaren Pflegeprodukten für Babys ist lang. Kein Wunder, dass das Angebot euch als frischgebackene Eltern überfordern kann. Viele werdende Mamas und Papas kaufen deshalb besonders am Anfang viel mehr, als sie eigentlich brauchen. Ihr werdet aber schnell merken, welche Produkte ihr für die Pflege eures Babys wirklich braucht und welche nicht. Um ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen, möchten wir Euch unsere Erfahrung als Hebamme und Mütter ans Herz legen und euch unsere Lieblings Pflegeprodukte vorstellen, die für uns zur Grundausstattung für Babys erste Pflege gehören.

 

Babyhaut hat ganz spezielle Bedürfnisse

Wichtig für Euch zu wissen, ist das die Haut eures Babys ganz andere Eigenschaften und Bedürfnisse hat, als die Haut eines Erwachsenen. Die Haut von Babys ist etwa fünf Mal dünner als eure Haut und hat selbst noch keine eigene Schutzfunktion aufgebaut. Das macht die Babyhaut besonders empfindlich, weshalb ihr euch das Motto „Weniger ist mehr!“ unbedingt zu Herzen nehmen solltet, wenn es um das Thema Babypflege geht.

 

Nach der Geburt sind die meisten Babys noch mit der sogenannten Käseschmiere (Vernix Caseosa) bedeckt. Die Käseschmiere ist der natürliche Schutz eures Babys, damit die Haut im Fruchtwasser nicht aufquillt oder verschrumpelt. Bei der Geburt dient diese Schutzschicht als natürlicher Gleitschutz. Die Käseschmiere sollte nach der Geburt nicht abgewaschen werden. Diese ist wie eine erste “hochwertige Pflegecreme” für euer Baby, die eine antibakterielle Wirkung hat und die Haut eures Babys nach der Geburt ausreichend schützt. Die Käseschmiere zieht am gesamten Körper schnell ein, nur in den Hautfalten (Achseln, Hals, Leiste) an denen die Schicht meist etwas dicker ist, solltet ihr die Käseschmiere leicht einmassieren. Ab dem zweiten Lebenstag solltet ihr euer Neugeborenes täglich mit einem weichen Waschlappen und lauwarmen Wasser in den Hautfalten waschen, damit es nicht zu entzündlichen bzw. wunden Hautstellen kommt.

Wenn die Haut nach der Geburt keinen akuten Bedarf zeigt, empfehlen wir, komplett auf Pflegeprodukte zu verzichten. Solltet ihr doch auf Pflegeprodukte angewiesen sein, achtet bitte auf 100% natürliche und biologische Inhaltsstoffe.

 

Babypflege Grundausstattung

Ihr werdet schnell merken, dass Neugeborene und Babys nicht schwitzen und sich selbst auch nicht so schmutzig machen wie Kleinkinder. Genau deshalb reicht es in der Regel auch, wenn ihr das Gesicht, den Körper und alle damit verbundenen Hautfalten eures Babys nach Bedarf mit klarem, lauwarmem Wasser und einem Waschlappen reinigt.

Mandelöl – der Alleskönner

Mandelöl besteht lediglich aus hautpflegendem Vitamin E, weshalb es auch bei Neugeborenen bedenkenlos verwendet werden kann. Durch Talg- und Schmutzablagerungen in den Hautfalten am Hals, hinter den Ohren oder im Windelbereich können sich durch Reibung leicht entzündliche Stellen bilden. Als vorbeugende Maßnahme könnt ihr etwas Mandelöl auf ein Wattepad oder ein weiches Tuch geben und die entsprechenden Stellen vorsichtig damit reinigen und pflegen. Das Öl eignet sich hervorragend als Pflegebad! Dazu einfach ein paar Tropfen Mandelöl in die Badewanne geben und Euer Baby darin baden.

Das Bio-Mandelöl von Voyanics, das ein echtes Highlight für Baby und Mama ist, findet ihr zum Beispiel in unserer Mummy Box oder im Mummy Bereich

Die richtige Nabelpflege

Der Nabelschnurrest fällt bei den meisten Babys rund um den dritten bis siebten Lebenstag ab. Es gibt aber auch immer wieder Babys, die bis zu 20 Tage ihren Nabelschnurrest behalten. Der wichtigste Punkt bei der Nabelpflege ist, dass der Nabelschnurrest immer trocken bleibt. Das heißt, ihr solltet die Windel unterhalb des Nabels schließen. Am einfachsten ist es, den oberen Windelrand vorne einmal umzuklappen. Viele Windelfirmen haben sogar für die Windelgrössen 1 und 2 eine Aussparung am Bund für den Nabel, um den Heilungsprozess des Nabels zu unterstützen. Damit der Nabelschnurrest nicht auf der Haut eures Babys scheuert und für Irritation sorgt, kann man eine Sterile Kompresse um den Nabel binden. Diese ist luftdurchlässig und schützt die Haut. Eure Hebamme wird euch zur individuellen Nabelpflege beraten. Zur Wundheilung haben wir gute Erfahrungen mit Calendula Essenz Wasser Gemisch, zum Beispiel von Wala. Wichtig ist, das Mischverhältnis der Packungsbeilage zu beachten! Mit Hilfe eines Q-tipps könnt ihr den Nabelgrund so leicht reinigen. Wenn der Nabel sich löst, kann es zu leichten Schmierblutungen kommen. Deshalb empfehlen wir, in dieser Zeit einen Baumwollbody anzuziehen, der heiß gewaschen werden kann. Bitte haltet immer Rücksprache mit eurer Hebamme oder eurem Kinderarzt zur Nabelpflege. Es bietet sich an, dass erste Babybad erst dann zu machen, wenn der Nabelrest abgefallen ist. Es ist aber auch durchaus möglich, wenn der Nabelschnurrest noch dran ist. Wichtig ist dann nur, dass dieser danach gut getrocknet ist und nicht feucht bleibt. 

Feuchttücher – das Wickel-Essential

Fast jedes Wickeln geht mit der Pflege des Windelbereiches einher. Da das feuchtwarme Klima in der Windel die empfindlichen Hautstellen am Po ohnehin strapazieren, solltet ihr deshalb umso mehr auf eine hautfreundliche Reinigung achten und euer Baby zwischendurch auch einfach mal unter der Wärmelampe frei strampeln lassen. Wir sind grundsätzlich Fans davon, den Intimbereich ebenfalls mit klarem Wasser bzw. einem feuchten, aber weichen Waschlappen zu pflegen. Ihr werdet aber schnell merken, dass das nicht immer und überall funktioniert – besonders, wenn ihr unterwegs seid. Als gute Alternative können wir euch deshalb die sensitiven Feuchttücher von Lillydoo empfehlen. Wenn kein Stuhlgang in der Windel ist, könnt ihr auch einfach ein Wattepad mit Mandelöl benetzen und hier kurz einmal die Intimfalten säubern, um den Windelbereich sanft zu reinigen. Wichtig ist, dass der Windelbereich immer trocken sein sollte, bevor eine neue Windel angelegt wird. Dadurch verhindert ihr, das sich wunde Stellen bilden.  Sollte der Windelbereich doch einmal wund sein, haben wir gute Erfahrung mit Sitzbädern, zum Beispiel dass Sitzbad von der Bahnhofsapotheke oder auch Totes Meer Salz mit ein paar Tropfen Calendula Essenz gemischt. Entweder den Po des Babys in diesem Wasser fünf Minuten baden oder mit diesem Wasser vorsichtig den empfindlichen Windelbereich säubern und anschließend mit einer Wundschutzcreme pflegen.

 

Was ihr zur Nagelpflege wissen solltet

In Sachen Nagelpflege solltet ihr ebenfalls sehr sparsam sein! Der Übergang von Nagel zu Nagelbett ist bei den kleinen Fingern und Zehen eures Neugeborenen nur sehr schwer erkennbar und die Nägel sehr weich. Ihr solltet in den ersten vier bis sechs Wochen auf das Schneiden der Nägel verzichten. Wenn die Fingernägel sehr lang sind und Eure Babys sich damit im Gesicht verletzten, besorgt Euch einen Handschutz oder zieht Söckchen über die Hände. Später können die langen Finger- und Zehennägel dann mit einer Babynagelschere gekürzt werden. Es gibt hier besondere Nagelscheren, in die es sich lohnt zu investieren, da das Verletzungsrisiko sehr gering ist.

 

Babys erste Pflege auf einen Blick

 Weiche Waschlappen

  • Hochwertiges, natürliches Mandelöl (z.B. von Voyanics)
  • Wundschutzcreme (z.B. Beinwellsalbe aus der Bahnhofsapotheke)
  • Calendula Essenz von WALA
  • Totes Meer Salz/Sitzbad aus der Bahnhofsapotheke
  • Feuchttücher für unterwegs bspw. von Lillydoo
  • Nagelschere fuer Babys

 

 

 

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